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Erinnerungen mitteilen und festhalten

Die 1. Otterberger LiteraturZeit vom 14. – 16. 04.1994

 


 

ERINNERUNGEN MITTEILEN UND FESTHALTEN

Ergebnisse einer Schreibwerkstatt in der Begegnungsstätte

Neuenland im Winter 1992 / 1993

Begleitung: Heidelore Kluge

 

Vorbemerkung

 

„Eigentlich habe ich jetzt beim Schreiben viel mehr gelitten als damals, als alles hochaktuell war. Damals hatte ich keine Zeit zum Leiden, da ging es ums Überleben. Nun habe ich mich wieder gefangen, es geht mir wieder gut, zumal ich mir alles von der Seele geschrieben habe.“

 

Diese Worte einer Teilnehmerin der Schreibwerkstatt

 

ERINNERUNGEN MITTEILEN UND FESTHALTEN

 

machen deutlich, daß mit dem Aufschreiben der eigenen Erinnerungen auch ein Stück Trauerarbeit verbunden war.

 

Dieses Aufschreiben war für fast alle Frauen, von denen einige bereits über 80 Jahre alt sind, eine neue Erfahrung. Um so erstaunlicher ist es, welche Fülle literarischer Formen in dem relativ kleinen Teilnehmerkreis verwendet wurden! Diese reichte von der mündlichen Erzählung über die bereits angelegte autobiografische Niederschrift bis zur anekdotischen Kurzgeschichte.

 

So entstand eine kleine Sammlung von Erinnerungen, die zwar durchaus privater Natur sind, die aber für uns Nachgeborenen einen Zeitabschnitt lebendig werden lassen, den wir sonst nur aus Geschichtsbüchern kennen.

 

Mir hat die gemeinsame Arbeit viel Freude gemacht! Mein Dank gilt deshalb allen, die an der Schreibwerkstatt teilgenommen haben, außerdem der Leiterin der Begegnungsstätte Neuenland, Frau Schwarz, für ihre Ermutigung und Unterstützung sowie der Senatorin für Kultur und Ausländerintegration, die dieses Vorhaben  ermöglicht hat.

 

Heidelore Kluge

 

INHALT

Mein Leben auf dem Lande

(Hedwig Zimmermann)

 

Ferien

(Lieselotte Ruge)

 

Frau Neunübel

(Gertrud Lameier)

 

Scharlach

(Gertrud Lameier)

 

Das schlechte Gewissen

(Ludwig Schubert)

 

Der Anzug

(Ludwig Schubert)

 

Die Torfbauern

(Lieselotte Ruge)

 

Mein schönster Weihnachtsbaum

(Lieselotte Ruge)

 

Der Goldene Armreif

(Irmgard Voland)

 

Zwei Persische Nachtigallen und ein Wellensittich

(Elfriede Becker)

 

Meine Mutter

(Hedwig Zimmermann)

 

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Die erste Ottersberger Literaturzeit vom 14.04. – 16.04.1994

Initiiert und organisiert von Heidelore Kluge.

 

Von der vagen Vorstellung bis zur hochkarätigen Veranstaltung

Hochkarätiges trifft sich an diesem Wochenende, vom 14. bis 16. April, in Ottersberg zur 1.Ottersberger Literaturzeit. Namhafte Autoren und andere Köpfe der Literaturszene schlagen für drei Tage ihre Zelte an der Wümme auf. Mit dabei auch Heidelore Kluge, sozusagen die „Lokalmatadorin“ unter den Beteiligten, schließlich lebt und wirkt die freie Autorin und Journalistin in Ottersberg.

Heidelore Kluge war es auch, die die Idee zu einer derartigen Veranstaltung hatte. Auf einer „Literarischen Wanderung“ führte sie Schriftsteller vor einiger Zeit nach Ottersberg. Der Ort gefiel. Und als die Literaten von dannen gewandert waren, blieb Heidelore Kluge zunächst die vage Vorstellung, in ihrem Heimatdorf ein Treffen zu organisieren.

(…)

Neben Heidelore Kluge werden Irina Korschunow, Fritz. J. Raddatz, Hannelies Taschau und Guntram Vesper die Literatur vertreten. Einführende Worte und die Diskussionsleitung obliegen Martha Höhl und Alfred Pfaffenberger. Für die Musik sorgen Helmut Debus und „Klesmorim“.

(…)

Besonderen Wert wurde bei der Programmgestaltung darauf gelegt, für jeden etwas dabei zu haben. So finden Lesungen sowohl für Schüler als auch für Erwachsene statt, während sich das Werkstattgespräch am Sonnabend primär an ein fachpublikum richtet. Die Autoren sollen außerdem die Möglichkeit haben, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam etwas zu erarbeiten.

Aus: Ottersberg Extra/Achimer Kreisblatt April 1994

 

Literarische Prominenz im Flecken Ottersberg

Ottersberg. Auf prominente Gäste dürfen sich die Ottersberger und Ottersbergerinnen im April freuen. Im Rahmen der „1.Ottersberger Literaturzeit“ sind vom 14. bis 16. April Persönlichkeiten aus der Literaturwelt im Flecken zu Gast.

(…)

Und nicht zuletzt mit von der Partie: die in Ottersberg lebende, aber weit über die Grenzen des Ortes hinaus bekannte Heidelore Kluge. Ihr Vortrag „Ortungen“ über die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Ottersberg rundet am Sonnabend, 16. April um 20.00 Uhr im Rathaus die „1.LiteraturZeit“ab.

 

LiteraturZeit 14. – 16. April 1994

Eine Dokumentation

Eine Literaturtagung auf dem Lande?

Das kann doch nur etwas für Eingeweihte und Angereiste sein.

Und eine Tagung zum Thema „Literatur und Geschichte“?

Wen soll das interessieren außer einigen Geschichtslehrern?

Doch – auch Eingeweihte, Angereiste und nicht zuletzt Geschichtslehrer nahmen an dieser Tagung teil. Die „1. Ottersberger LiteraturZeit“ sollte ja durchaus ein überregionales Ereignis sein – aber vor allem auch eine Veranstaltung für die Ottersberger selbst. Und die Publikumsresonanz zeigte, dass Literatur in der Tat Breitenwirkung haben kann.

Das hat sicherlich zu tun mit dem Konzept dieser Veranstaltung. Da wurde nämlich an einem Abend Überregionales geboten – mit Guntram Vesper und Fritz J. Raddatz, während am nächsten Tag ein Stück Ottersberger Geschichte literarisch aufgearbeitet wurde – ein Jahrhundert jüdischer Geschichte in dieser Gemeinde. Und die Tagung beschränkte sich nicht auf das Wort – auch Musik und bildende Kunst waren von vornherein als integrierte Elemente eingeplant.

(…)

Eine Literaturtagung auf dem Lande kann also durchaus sinnvoll sein – das hat die „1. Ottersberger LiteraturZeit“ gezeigt. „Wer eine Ware verkaufen will, muß den Markt studieren. Auch der Schriftsteller“. Das hat der Schweizer Dramatiker Friedrich Dürrenmatt gesagt. Literatur ist eine Ware, die unter die Leute gebracht werden muß, um wirksam zu werden. In Ottersberg war beides vorhanden – ein interessierter Markt und eine hochwertige Ware. Die Nachfrage sollte, schon im Interesse der Wirksamkeit, befriedigt werden. Schließlich ist Literatur nicht die schlechteste Ware, mit der sich handeln lässt. Auf Wiedersehen also bei der nächsten „Ottersberger LiteraturZeit“.

Heidelore Kluge

 

Zuspruch zu LiteraturZeit übertraf höchste Erwartungen

Zum Abschluß fast 200 Gäste / Gute Aussichten auf Fortsetzung

Ottersberg. Die 1. Ottersberger LiteraturZeit war ohne Zweifel ein voller Erfolg. Man erlebte einen Zuspruch, der selbst die Erwartungen der Veranstalter übertraf. Zur Abschlussveranstaltung mit der Lesung der Ottersberger Schriftstellerin Heidelore Kluge und dem Musikprogramm der Gruppe „Klesmorim“ kamen fast 200 Gäste.

(…)

„Nach der überregionalen Geschichte nun die Ottersberger Geschichte. Doch auch die hat was mit der weiten Welt zu tun“, begann heidelore Kluge, unter Bezug auf Raddatz und Vesper, die gemeinsame Abschlussveranstaltung mit der Gruppe „Klesmorim“ aus Quedlinburg.

(…)

Der Schlußsatz des Epilogs unter dem Titel „Ortstermin“ beschreibt die Lage: „Vereinzelt fallen Schneeflocken, schmelzen auf meiner Hand.“ Doch die „Schneeflocken“ wurden und werden gesehen und gehört. Und so lange jemand von ihnen erzählt und berichtet, erinnern sich die Menschen, werden die „Schneeflocken“ deutscher Geschichte nicht vergessen.

 


 

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